März 06, 2026

Expertin Katharina Manz gibt Einblicke in die Praxis der Kontaktlinsenanpassung

Darmstadt, im März 2026 - Kontaktlinsen sind schon lange eine gleichwertige Alternative zur Brille, ihr Marktanteil wächst kontinuierlich. Ausgezeichnete Sehqualität, hoher Komfort und viel Anwendungsflexibilität überzeugen im aktiven Alltag und haben Kontaktlinsen zum wichtigen Umsatzträger im optischen Fachhandel gemacht.  

Doch nicht allein ihre jeweiligen Qualitätsmerkmale machen aus der Kontaktlinse eine Sehhilfe zum Wohlfühlen für alles und jeden. Ausschlaggebende Faktoren für den Erfolg sind ebenso eine ausführliche Beratung und eine feinfühlige Herangehensweise bei der Anpassung, die individuelle Voraussetzungen, Wünsche und Anforderungen berücksichtigt. 

Katharina Manz, Kontaktlinsenexpertin und OptiExpert™ Star Speaker bei CooperVision EMEA, hat für uns zusammengefasst, worauf es bei der Kontaktlinsenanpassung ankommt. Hierbei zieht sie Rückschlüsse aus ihren persönlichen Erfahrungen in der augenoptischen Praxis sowie den Ergebnissen einer im Rahmen ihrer Bachelor-Arbeit durchgeführten Umfrage. 

„Schon während meines Studiums habe ich mich für Kontaktlinsen begeistert. Diese Leidenschaft hat sich dann bei meiner täglichen Arbeit im familieneigenen Optikfachgeschäft in Augsburg, Ihre Brille Augenoptik GmbH, fortgesetzt. Sie gilt speziell der weichen multifokalen Kontaktlinse, die auch Thema meiner Bachelor-Arbeit war. Ich habe immer wieder erfahren können, wieviel Lebensqualität und Komfort multifokale Kontaktlinsen zurückbringen können, und das auf ganz unkomplizierte Weise“, sagt uns Katharina Manz. 

„Deshalb ist es mir auf Seminaren, in Workshops und in meinen Fachbeiträgen besonders wichtig, immer noch bestehende Vorbehalte gegenüber der multifokalen Kontaktlinse auszuräumen. 40 der von mir im Rahmen meiner Bachelor-Arbeit befragten 400 Anpasser und Anpasserinnen, also immerhin 10 %, äußerten sich zum Anpassprozess multifokaler Kontaktlinsen skeptisch. Die Einschätzung: zu anstrengend, zu kompliziert. Diesen Fehlschluss zu widerlegen, ist mir ein besonderes Anliegen. Denn meine Erfahrungen aus der Praxis zeigen genau das Gegenteil. Mit der heute zur Verfügung stehenden Auswahl an innovativen multifokalen Kontaktlinsen und Tools und einer sorgsamen Herangehensweise gestaltet sich die Anpassung wirklich einfach.“ 

Wie das in ihrer eigenen Praxis gelingt, hat sie für uns Schritt für Schritt zusammengefasst:

1. Anamnese
„Die Beratung potenzieller Kontaktlinsenkunden und -kundinnen beginnt bei mir immer mit einer gründlichen Anamnese. Fragen zum Tagesablauf, zu beruflichen Anforderungen, zu Freizeitaktivitäten, Gewohnheiten und zu den persönlichen Anforderungen und Wünschen an die neue Sehhilfe geben mir wichtigen Aufschluss darüber, was die neuen Kontaktlinsen erfüllen müssen. Stellt sich die Frage, ob Einmal- oder Monatslinsen, konzentriere ich mich bei Kontaktlinsen-Einsteigerinnen und Einsteiger zunächst auf Einmalkontaktlinsen. Besonders in der Eingewöhnungsphase ist es ein Vorteil, sich nicht noch um Reinigung und Pflege kümmern zu müssen und sich ganz auf die Handhabung und das Trageempfinden konzentrieren zu können. Dies ist auch mein Rat an alle Kollegen und Kolleginnen: Denken Sie bei neuen Kontaktlinsenkundinnen und - kunden vorrangig an Tageskontaktlinsen, die für den Einstieg meist einfacher zu handhaben sind. Die Vorteile liegen auf der Hand: Einmalkontaktlinsen kommen ohne Pflege aus. Sie werden nach dem Tragen einfach entsorgt und für den nächsten Einsatz durch ein frisches Paar ersetzt. Dazu kommt: Die neusten Kontaktlinsentechnologien und Designs bewirken hervorragende Seheigenschaften und hohen Tragekomfort.   
 
2. Objektive Refraktionsbestimmung, Untersuchung des vorderen Augenabschnitts und subjektive Refraktionsbestimmung
Sind die Anforderungen herausgearbeitet, folgen die objektive Refraktionsbestimmung, die Untersuchung des vorderen Augenabschnitts mit der Spaltlampe und dann die subjektive Refraktionsbestimmung. Letztere ergibt oft abweichende Schwerpunkte, beispielsweise in Bezug auf die Zylinderkorrektion. Es gilt dann gegebenenfalls zu prüfen, ob diese tatsächlich erforderlich ist. Eine Zylinderkorrektion bei weichen Kontaktlinsen ist erst ab 0,75 Zyl dpt üblich. Ebenso ist darauf zu achten, die Addition so niedrig wie möglich zu wählen und in 0,5er dpt-Schritten anzupassen. Für die Ferne wiederum gilt: So viel Plus wie möglich. 

3. Bestimmung der sensorischen Ferndominanz
Liegen alle Parameter vor, bestimme ich für multifokale Kontaktlinsen die sensorische Ferndominanz mit einem Nebelglas von mindestens +1.5. Die Bestimmung erfolgt monokular unter binokularen Bedingungen. 

4. Auswahl der Anpasslinsen 
Um die optimalen Kontaktlinsen auszuwählen, setze ich in den meisten Fällen den OptiExpert™ Kontaktlinsenkalkulator von CooperVision ein. Er ist insbesondere bei hohen Stärken über 3 dpt sowie bei multifokalen Kontaktlinsen hilfreich, da er die hinterlegten Anpassempfehlungen der verschiedenen Produkte berücksichtigt und so die passende Empfehlung ermittelt.

5. Bestellung der Anpasslinsen 
Sind die Kontaktlinsen ausgewählt, werden sie bestellt und ein Termin mit dem Kunden bzw. der Kundin gemacht. Wir haben bei uns im Geschäft zwar Kontaktlinsen auf Lager, allerdings nur sphärische Kontaktlinsen. Ich bevorzuge es bisher, alle torischen und multifokalen Kontaktlinsen zu bestellen. Die Lieferung erfolgt dann auch immer schnell.

6. Abgabetermin und Betreuung in der Eingewöhnungszeit
Der Abgabetermin der ersten Kontaktlinsen ist natürlich ein bedeutender Meilenstein für jeden neuen Kontaktlinsenträger, der Einfluss haben kann auf den Erfolg. Daher ist es wichtig, den Kunden oder die Kundin bei der ersten Abgabe der Kontaktlinse sensibel zu begleiten, um ein positives Seh- und Trageerlebnis zu gewährleisten. Es ist Aufgabe des Anpassers, die instinktive Scheu, die Augen zu berühren, zu nehmen und zu zeigen, wie das Auf- und Absetzen am einfachsten funktioniert. Die Vorgehensweise variiert dabei von Fall zu Fall. Einige Kunden möchten sich ihre ersten Kontaktlinsen gleich selbst aufsetzen, bei anderen wiederum helfe ich und zeige die korrekte Handhabung. 

Wichtig ist es natürlich auch, den Kunden durch die Eingewöhnungszeit aufmerksam und unterstützend zu begleiten. Das mache ich persönlich direkt in meiner Praxis, verweise aber auch auf viele anschauliche Tools und Videos im Internet. Häufig können diese genau die Hilfestellung geben, die benötigt wird und Bedenken zerstreuen. Auch ein Vergrößerungsspiegel kann das Handling stark vereinfachen. Und manchmal helfen auch bewährte, motivierende Ermunterungen, wie ‚Kontaktlinsentragen tut nicht weh. Auch wenn es vielleicht ein wenig Geduld erfordert, ist es wie Fahrradfahren: Einmal gelernt, verlernt man es nie wieder.‘ Und vor allen Dingen macht es dann sehr viel Freude - dank mehr Freiheit und Komfort.“ 

Zur Person
Katharina Manz hat während ihres dualen Studiums an der Hochschule München sowohl den Augenoptiker‑Gesellenbrief erworben als auch 2023 ihren Bachelor of Science in Augenoptik/Optometrie abgeschlossen. Zurzeit vertieft sie ihr Fachwissen im Masterstudiengang Vision Science and Business (Optometry) an der Hochschule Aalen.

Im Rahmen ihrer Masterarbeit führt sie zudem eine Studie zur Anpassung weicher multifokaler Kontaktlinsen durch – mit dem Ziel, die Designauswahl weiter zu optimieren und damit den gesamten Anpassprozess effizienter und präziser zu gestalten. Dieser wissenschaftliche Fokus unterstreicht ihre besondere Expertise in der modernen Kontaktlinsenanpassung.

Parallel zu ihrem Studium ist Katharina Manz als Optometristin und Kontaktlinsenanpasserin im familieneigenen Augenoptikgeschäft tätig. Mit ihrer Bachelorarbeit zum Thema „Umfrage zur Anwendung von Anpassleitfäden für weiche multifokale Kontaktlinsen“ belegte sie 2023 den 2. Platz bei den OptiStudentAwards von CooperVision in Budapest.

Als Key Opinion Leader und OptiExpert™ Star Speaker ist Katharina Manz seit 2023 für CooperVision DACH auf Workshops, Seminaren und Kongressen aktiv.